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Grundlagen des Südtiroler Jagdrechts

Das Südtiroler Jagdrecht gehört zu den zentralen Themen der Jägerprüfung. Hier findest du eine verständliche Übersicht über die wichtigsten Bereiche, die für angehende Jäger relevant sind, und die Hinweise, wo du die verbindlichen Bestimmungen im Original nachlesen kannst.

Jagdrecht als Teil der Jägerprüfung

Rechtskunde ist einer der vier Fachbereiche der schriftlichen Theorieprüfung. Von den 50 Multiple-Choice-Fragen entfallen 10 Fragen auf das Jagdrecht, und du brauchst in jedem Fachbereich mindestens 6/10 Punkte. Auch im mündlichen Teil kann Rechtskunde abgefragt werden. Wie die Prüfung genau aufgebaut ist, liest du auf unserer Seite Ablauf der Jägerprüfung in Südtirol.

Wichtig zu wissen: Südtirol regelt die Jagd als autonome Provinz eigenständig. Grundlage ist das Landesgesetz Nr. 14 vom 17. Juli 1987 samt Durchführungsbestimmungen und den Dekreten der Landesverwaltung. Deutsche oder österreichische Jagdgesetze gelten hier nicht, lerne deshalb ausschließlich mit Südtiroler Unterlagen.

Jagderlaubnisschein und Jagdbefähigungsnachweis

Der Jagdbefähigungsnachweis (italienisch „certificato di abilitazione all’esercizio venatorio“) belegt, dass du die Jägerprüfung erfolgreich abgelegt hast. Er setzt mehrere Bausteine voraus:

  • Theorieprüfung (schriftlich und mündlich)
  • praktische Schießprüfung
  • Revierpraktikum beziehungsweise Jungjäger-Praxiskurs
  • Erste-Hilfe-Kurs

Vor der Zulassung zur praktischen Schießprüfung benötigst du zusätzlich den Nachweis der Waffenhandhabung („maneggio delle armi“).

Der Jagderlaubnisschein ist dagegen die Berechtigung, in einem bestimmten Revier tatsächlich zu jagen. Dazu kommen je nach Situation weitere Dokumente wie der Jagdgewehrschein und der Versicherungsschutz. Welche Unterlagen, Fristen und Gebühren im Einzelfall gelten, legt die Landesverwaltung fest, prüfe das immer über die offiziellen Quellen am Ende dieser Seite.

Jagdbezirke und Reviere

Südtirol ist in verschiedene jagdliche Gebietstypen unterteilt. Diese Einteilung ist ein klassisches Prüfungsthema:

  • Jagdreviere kraft Gesetzesumfassen das Gebiet einer politischen Gemeinde oder die Fläche einer beziehungsweise mehrerer Katastralgemeinden
  • Eigenjagdreviere
  • Wildschutzgebiete
  • Schongebiete
  • Zonen des europäischen Schutzgebietsnetzes (Natura 2000)

Eine Besonderheit Südtirols: Grundsätzlich hat hier jeder die Möglichkeit, im Jagdrevier seiner Wohnsitzgemeinde die Jagd auszuüben, unabhängig vom Grundbesitz. Mehr zu den Zuständigkeiten und zur Gliederung findest du auf unserer Seite Jagdverwaltung.

Jagdzeiten und jagdbare Wildarten

Welche Wildarten in Südtirol bejagt werden dürfen und in welchen Zeiträumen, legt die Landesverwaltung fest. Diese Vorgaben können sich ändern, deshalb findest du hier bewusst keine Liste, die morgen veraltet ist, verbindlich sind immer die aktuellen Bestimmungen der Autonomen Provinz Bozen.

Für die Prüfung musst du Wildart, Jagdbarkeit und Jagdzeit sicher zuordnen können. Genau das wird auch im Bildteil abgefragt, wenn du ein Tier ansprechen und einordnen sollst. Üben kannst du das mit unserer Wildkunde.

Schutzbestimmungen

Ein eigener Themenblock sind die Schutzbestimmungen. Typische Prüfungsinhalte sind:

  • ganzjährig geschützte Arten und ihre Erkennung
  • Vorgaben in Wildschutzgebieten, Schongebieten und Natura-2000-Zonen
  • verbotene Jagdmethoden und unerlaubte Hilfsmittel
  • Tierschutz und waidgerechtes Verhalten
  • Umgang mit verletztem Wild und Nachsuche

Die konkreten Verbote und Ausnahmen stehen im Landesgesetz und in den Durchführungsbestimmungen, lerne sie im Wortlaut, nicht aus dem Gedächtnis.

Abschussplanung

Die Jagd in Südtirol ist an eine geregelte Abschussplanung gebunden. Auf Grundlage der Wildbestandserhebungen wird für die Reviere festgelegt, wie viele Stücke welcher Wildart entnommen werden dürfen. Für die Prüfung solltest du verstehen, warum es Abschusspläne gibt, wer sie genehmigt, und welche Melde- und Kontrollpflichten für Jäger daraus entstehen.

Aufgaben der Jagdverwaltung

An der Jagd in Südtirol sind mehrere Stellen beteiligt: das für die Jagd zuständige Amt der Autonomen Provinz Bozen (Amt für Wildtiermanagement), der Forstdienst mit seinen Kontrollaufgaben, der Südtiroler Jagdverband mit der Verwaltung der Reviere und der Ausbildung sowie die Jagdaufseher in den Revieren. Wer wofür zuständig ist, ist ebenfalls Prüfungsstoff, wir gehen das im Kurs gemeinsam durch.

Häufige Fragen zum Jagdrecht

Gilt in Südtirol das italienische oder ein eigenes Jagdrecht?
Südtirol hat als autonome Provinz eigene Zuständigkeiten für die Jagd. Maßgeblich ist das Landesgesetz Nr. 14 vom 17. Juli 1987 mit den dazugehörigen Bestimmungen.

Wie viele Rechtsfragen kommen in der Prüfung?
Im schriftlichen Teil sind es 10 von 50 Multiple-Choice-Fragen; du brauchst mindestens 6/10 Punkte in diesem Bereich.

Kann ich mit deutschen Lernbüchern lernen?
Für das Jagdrecht nicht. Nutze die Südtiroler Unterlagen, wir arbeiten im Kurs mit „Wild-Wissen“, der Lernunterlage des Südtiroler Jagdverbands.

Wo finde ich die aktuell gültigen Bestimmungen?
Bei der Autonomen Provinz Bozen und beim Südtiroler Jagdverband, die Links findest du unten.

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Offizielle Quellen

Diese Seite ist eine verständliche Übersicht für die Prüfungsvorbereitung und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind ausschließlich die geltenden Rechtsvorschriften der Autonomen Provinz Bozen.

Autor: Alexander Burger, Gründer und Kursleiter von Jagdfieber.it | Zuletzt aktualisiert: 27.08.2026

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Wo ist die Jagd verboten?

Jagdverbot

In Wildschutzgebieten ist die Jagd grundsätzlich verboten; in bestimmten Fällen kann sie erlaubt werden. Dazu kommen Schongebiete und die Zonen des europäischen Schutzgebietsnetzes (Natura 2000) mit eigenen Vorgaben.

Welche Dokumente brauche ich?

Dokumente

Jagdbefähigungsnachweis, Jagdgewehrschein, Versicherung und der Jagderlaubnisschein für das jeweilige Revier. Die verbindlichen Voraussetzungen legt die Landesverwaltung fest.

Wie wird Jagdrecht geprüft?

In der Prüfung

10 von 50 Multiple-Choice-Fragen entfallen auf das Jagdrecht. Zum Bestehen brauchst du in diesem Bereich mindestens 6/10 Punkte. Auch mündlich kann Rechtskunde abgefragt werden.