Die praktische Schießprüfung in Südtirol
Die praktische Schießprüfung ist der zweite große Block auf dem Weg zum Jagdbefähigungsnachweis. Sie besteht aus zwei Teilen: dem Kugelschießen mit der Büchse und dem Schrotschießen mit der Flinte. Antreten darfst du erst, wenn die Theorieprüfung positiv abgeschlossen ist.
Wann du antreten darfst
Die Anmeldung zur Schießprüfung ist erst nach bestandener Theorieprüfung möglich. Dazu brauchst du ein gültiges Befähigungsdiplom zur Handhabung von Kurz- und Langwaffen, den sogenannten maneggio delle armi. Eine Kopie davon muss dem Zulassungsgesuch beiliegen, sonst wird es nicht angenommen.
Wie du den maneggio bekommst und was er genau abdeckt, steht in unseren häufigen Fragen.
Anmeldung und Unterlagen
Das Gesuch geht mit einer Stempelmarke zu 16,00 Euro an das Amt für Wildtiermanagement. Das Anmeldeformular liegt auf der Seite des Forstdienstes zum Download. Wenn du unsicher bist, ob deine Unterlagen komplett sind, frag lieber vorher unter wildtiermanagement@provinz.bz.it nach, als das Gesuch zurückzubekommen und eine Session zu verlieren.
Das Kugelschießen mit der Büchse

Geschossen wird auf 100 Meter. Du gibst drei Schüsse ab, und alle drei müssen im 7er-Ring liegen. Ein Probeschuss vorab ist erlaubt, du musst ihn aber nicht nutzen.
Wer vorher nie auf 100 Meter geschossen hat, unterschätzt meist, wie stark Puls und Anschlag streuen. Genau dort zahlt sich Zeit am Stand aus, und zwar mit der Waffe, mit der du auch zur Prüfung antrittst.
Das Schrotschießen auf den Kipphasen

Hier hast du maximal fünf Schrotschüsse auf einen laufenden Kipphasen. Der Hase besteht aus drei Teilen, die unterschiedlich viele Punkte bringen. Bestanden hast du mit mindestens zwölf Punkten aus den fünf Schüssen.
Ein einzelner guter Treffer reicht damit nicht. Du brauchst mehrere saubere Schüsse, und das Vorhalten auf das laufende Ziel will geübt sein.
Sicherheit zählt vom ersten Griff an

Bewertet wird mehr als die Trefferlage. Über die gesamte Prüfung hinweg achtet die Kommission darauf, wie du die Waffe führst: laden, entladen, sichern, ablegen, Laufrichtung. Ein unsauberer Griff beim Laden fällt genauso auf wie ein Schuss neben den Ring.
Deshalb lohnt es sich, die Handgriffe so lange zu wiederholen, bis sie ohne Nachdenken sitzen. Am Prüfungstag ist dafür keine Zeit.
Wo geprüft wird
In Südtirol finden die Schießprüfungen auf den Schießständen in Meran und in St. Lorenzen statt. Welcher Stand für dich vorgesehen ist, steht in der Einladung des Amtes.

Wie du dich vorbereitest

Die Schießprüfung lässt sich nicht am Schreibtisch lernen. Sinnvoll ist die Kombination aus Zeit am Stand und einer sauberen Einweisung in die Waffe.
Für die Waffenkunde arbeiten wir mit Fachbetrieben in Südtirol zusammen, unter anderem mit ML Armory in Salurn. Dort bekommst du die Waffe in die Hand, statt nur darüber zu lesen. Was im Kurs sonst noch drinsteckt, steht unter Kurs und Kursablauf.
Was danach noch fehlt
Mit Theorie und Schießprüfung ist der Jagdbefähigungsnachweis noch nicht komplett. Es fehlen:
- das Revierpraktikum oder alternativ ein dreitägiger Jungjäger-Praxiskurs
- der Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs von mindestens vier Stunden
Den kompletten Weg mit allen Fristen findest du unter Ablauf der Jägerprüfung in Südtirol. Dein Theoriewissen kannst du vorab kostenlos mit dem Jägerprüfung-Quiz testen.
Offizielle Quellen
- Forstdienst der Autonomen Provinz Bozen: Jägerprüfung, Anmeldeformulare und gesetzliche Bestimmungen
- Landesdekret Nr. 11166 vom 08.07.2025 (PDF)
Verbindlich sind ausschließlich die geltenden Bestimmungen der Autonomen Provinz Bozen.